Die Motivation.

Strahlende Augen – die wollte ich unbedingt selbst einmal sehen.
Und glaub mir, ich hätte jedes einzelne Kind, zu dem sie gehörten, am liebsten eingepackt und mit nach Hause genommen.

Das Team.

Obwohl viele sich vorher nicht kannten, stellte sich heraus, dass wir eine richtige RIDE-Familie waren. Da gab es den verrückten Onkel und sogar die kleinen Brüder, die nachts etwas laut sind. Und natürlich die Großeltern, die wir am Ende tatsächlich nur noch mit „Oma“ und „Opa“ ansprachen.
Wir wurden zu einem richtig guten Team!

Das Zuhause / die Stimmung

Kalte Zimmer, nackte Wände, eng gepfercht auf Isomatten,… So hatten wir uns das ganze vorgestellt. Von wegen! Unsere Gastgeber hatten sich wirklich alle Mühe gegeben! Es gab sogar Essen wie bei Oma an Weihnachten.
Aber auch wenn es anders gewesen wäre, bei dem herzlichen Empfang hätten wir uns überall wohl gefühlt!

Die Stimmung

Abends wurde zusammen gespielt, gebastelt und gelacht. Außerdem gab es immer eine persönliche Andacht aus unserem Team.
Die Stimmung war sehr gut und als wir am zweiten Abend den LKW, der voll beladen mit Hilfsgütern war, ausluden, war jeder mit Feuereifer dabei.
„Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass wir anfangen zu singen!“

Unsere Einsätze

Jeder Tag war ein Abenteuer und eine neue Herausforderung. „Ich hab immer gedacht, das gab es nur vor 150 Jahren, dass die Leute so leben.“ Viele Lehmhütten bestanden aus nur einem Raum und es gab nirgendwo ein Klo oder fließend Wasser. Wir brachten den Menschen Lebensmittelpakete. Oft schenkten wir auch nur Nähe und etwas Zeit, aber das wohl auch das größte Geschenk für sie.

Endlich verteilten wir die Pakete. „Strahlende Augen“ hatte nicht nur jedes Kind, das sein Paket entgegen nahm, sondern auch wir, als wir diese überreichen durften.

Bringt’s was? / Macht es wirklich einen Unterschied?
„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“ lernten wir in diesen Tagen.
Aber auch wenn es die Welt nicht verändert, für diese paar Menschen macht es einen Unterschied!
Und mich selbst hat es auch verändert. Keine meiner bisherigen Reisen hat mich so bewegt und bereichert wie diese.

Nina Fichtner RR-318 Roth

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Obwohl wir vorab schon ausführlich über WhatsApp diskutiert und uns ausgetauscht haben (z.B. wie ein dickes Rangermesser am Gürtel bei den Grenzkontrollen ankommt), trafen wir am Neujahrs-morgen das erste Mal mehr, oder weniger verschlafen aufeinander. Aber wenn man gemeinsam anpackt, bricht schnell das Eis – schön ein Ranger zu sein! So wurden wir 17 Ranger aus den Stämmen 400 Passau, 3 Deggendorf, 361 Rothenburg ob der Tauber, 332 Zaisenhausen und 89 Weikersheim schnell zu einem richtigen Team.
Google Maps gibt für die Strecke von etwa 900 km Autobahn und 100 km ukrainischer Schlagloch-piste fiktive 9 Stunden an.  Bei unseren 13 Stunden mit Pausen, Tanken und Grenzkontrolle kann man also durchaus noch von einer sportlichen Zeit reden.

Wir konnten schon auf der Hinfahrt auf Grund der Straßen und Häuser einen ersten Eindruck davon bekommen, wie arm die Ukraine im Vergleich zu Deutschland ist, doch erst im Laufe des nächsten Tages wurde es dann so richtig bewusst. Die Packung Nesquik, die wir kurzerhand und selbstverständlich für 63 Griwna (entspricht  2,30€) zum Frühstück gekauft haben, kann sich ein durchschnittlicher Ukrainer nicht einmal mit seinem gesamten Tageslohn leisten! Kochen lohnt sich für uns eigentlich auch nicht, wenn man auch Pizza für umgerechnet 1,60€ essen kann. Das ist dann schon etwas seltsam, dass selbst wir als Schüler und Studenten ohne festes Einkommen dort leben wie die Könige und die hart arbeitenden Menschen am Existenzminimum kratzen. Dennoch sind die Leute im Durchschnitt freundlicher als in Deutschland – Geld macht eben wirklich nicht glücklich!
Den Rest des Tages kaufen wir dann für die Hilfspakete ein, packen diese gemeinsam mit ukrainischen Jugendlichen, üben Weihnachtslieder auf Ukrainisch und besprechen und planen die Aktivitäten der nächsten Tage.

Der Tag startet mit Gottesdienst (es ist Sonntag), sodass wir die Gemeinde, in der wir übernachten auch noch richtig kennen lernen konnten. Auch wenn die meisten von uns von den Liedern nichts verstehen, ist die Leidenschaft, mit der die Lobpreisgruppe singt, oder ihre Instrumente spielt absolut beeindruckend. Diese Leidenschaft und auch die Liebe zum Detail, mit der hier gespielt wird (für die wir deutschen ja eigentlich bekannt sein müssten?!) würde in den meisten deutschen Gemeinden auch nicht schaden. Unsere am Vortag eingeübte Song-Performance war dagegen fast ein bisschen peinlich, was für die Gemeinde aber kein Grund war, sich nicht trotzdem riesig über unseren kläglichen Versuch, auf Ukrainisch zu singen, zu  freuen.

Auch der Besuch des Zigeunerviertels, einer Art Slum in der Stadt war einprägsam. Aufgrund des kurz bevorstehenden Weihnachtsfestes (wird in Orthodoxen Ländern am 6. Januar gefeiert), hatte die dort ansässige Suppenküche aber geschlossen und eine Besichtigung des Viertels auf eigene Faust wäre zu gefährlich gewesen.
Deshalb widmeten wir uns ganz dem Programm für die Flüchtlinge, die aufgrund des Krieges im Osten des Landes, ihre eigentliche Heimat verlassen mussten und den dafür noch nötigen Besorgungen, da ca. 70 Flüchtlinge am Abend in die Gemeinde kamen. Ein besonderes Geschenk für uns waren zwei kleine Mädchen, die zwei Gedichte auf Deutsch vortrugen.

An unserem letzten ganzen Tag stand das Überbringen von Hilfspaketen und Geschenken bei bedürftigen Familien zuhause an und damit, das große Highlight unseres Hilfseinsatzes.
Bei den Familien sangen wir Weihnachtslieder, versuchten ein ukrainisches Gedicht vorzutragen und beteten gemeinsam. Was genau wir dabei alles erlebten, könnte vermutlich ganze Bücher füllen, denn die Leute erzählten uns ihre oft zu tiefst berührenden Geschichten von Heilung, Bewahrung und Befreiung. Trotz ihrer Armut, ließen sie es sich nicht nehmen, uns die verschiedensten Speisen und Gebäcke aufzutischen. Dort erlebt man Gastfreundschaft, die jede deutsche Vorstellung  übertrifft.

Eigentlich fuhren wir in die Ukraine um zu geben und den Menschen zu helfen, aber ganz nach dem biblischen Prinzip: „Gebt, so wird euch gegeben.“ (Lukas 6,38) hatten wir am Ende nicht das Gefühl etwas gegeben, sondern um so mehr beschenkt worden zu sein!
Viele unserer Eindrücke kann man nicht in Worte packen, ohne ganze Bücher damit zu füllen. Leichter und für dich interessanter wäre es aber, du meldest dich selbst zu einem ***Ride an und  du wirst reich beschenkt zurückkehren!

Michaela Wutz RR-3 Deggendorf

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